„Eine Mahlzeit ohne Fleisch ist doch keine richtige Mahlzeit“.

„Fleisch ist wichtig für die Gesundheit“.

„Du isst unserem Essen das Essen weg.“

„Als würde es die Welt retten, wenn du kein Fleisch isst.“

„Wie, du isst kein Fleisch, was isst du denn dann?“

„Ich lebe nur einmal, drum esse ich was ich will, ich verbiete mir nichts so wie du.“

Solche Sätze kennt ihr bestimmt auch oder?

Wie bin ich darauf gekommen Vegetarier zu werden?

Mit ca. 15 Jahren (das war 2001, puh ist das schon lang her 🙂 ) habe ich damals beschlossen  meinen Fleischkonsum stark einzuschränken, weil ich ehrlich gesagt ziemlich angeekelt von Fleisch war und es mir auch nicht mehr so wirklich geschmeckt hat. In meiner Familie isst jeder Fleisch und Fisch, es gab auch in meiner Kindheit immer zu Hause Wurst, Salami, Schnitzel, Sauerbraten etc. Nur so etwas wie Wild oder Innereien kam bei uns nie auf den Tisch. Sowas könnte ich aber auch nie essen. Wenn ich mir vorstelle ein armes Reh oder Hasen vor mir auf dem Teller zu haben :-(.

Mit 15 beschloss ich also meinen Fleischkonsum zu ändern und habe nur noch Geflügel gegessen. Ca. ein Jahr später kam ich zu dem Punkt, dass ich auch kein Geflügel mehr essen wollte und bin Vegetarier geworden. In den Jahren als Vegetarier hat mir Fleisch absolut nicht gefehlt muss ich sagen. Sogar damals  in der Schule wurde Rücksicht auf mich genommen und ich musste kein Fleisch oder Fisch in Hauswirtschaft (ich hatte den hauswirtschaftlichen Zweig in der Realschule 🙂 ) zubereiten oder probieren – normal musste man ja immer alles probieren was man gekocht hatte.

Zwischendurch habe ich mal, wenn es nicht anders ging, ein Stück Fleisch gegessen; aber immer wieder gemerkt, dass das nichts für mich ist.

Als ich 2012 mit 25 Jahren wieder mit dem Sport angefangen habe und mich Low Carb ernährt habe, habe ich mich wieder dazu verleiten lassen Fisch und Geflügel zu essen – schließlich wurde überall behauptet Geflügel und Fisch hätte am meisten Eiweiß und Omega 3 etc. und wäre optimal für´s Krafttraining und zum Muskelaufbau …. Im Nachhinein ist man immer schlauer.

Nach knapp zwei Jahren konnte ich absolut kein Geflügel und Fisch mehr sehen. Durch das ganze tierische Eiweiß wurde meine Haut wieder richtig schlecht, ich sah aus wie in der Pubertät, ich hatte öfters einen Blähbauch, Magenprobleme usw.

Ich informierte mich im Internet über andere Ernährungsformen, schaute mir Videos in Youtube an, verschiedene vegetarische/vegane Accounts auf Instagram etc. und beschloss wieder vegetarisch und sogar eine Zeit lang komplett vegan zu leben.

Heute esse ich nach wie vor kein Fleisch, Fisch, Wild und Geflügel. Was ich ab und zu esse sind Käse, Eier, Quark, nicht veganes Proteinpulver und nicht vegane Süßigkeiten. Das aber auch nur in Maßen, da ich selbst immer wieder merke, dass mir tierisches Eiweiß nicht so gut tut (Blähbauch usw.).

Wieso bin ich wieder Vegetarier geworden?

  • Der allererste Punkt ist, dass mich Fleisch teilweise schon anekelt wenn ich es nur sehe. Mich schüttelt es da richtig.

  • Ich möchte nicht, dass für meine Befriedigung ein Tier sterben muss. Sowas kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

  • Doppelmoral: Warum soll ich Schweine oder Rinder essen, aber nicht – hart ausgedrückt – Hunde oder Katzen? Warum einen Unterschied machen? Ein Tier ist ein Tier und keines ist weniger wichtig. Und nein, Schweine und Kühe sind nicht dafür da, um gegessen zu werden – nach vielen Aussagen zu urteilen.

  • Die Massentierhaltung. In der Werbung werden immer freilaufenden Tiere auf der grünen Weide gezeigt, aber in Wirklichkeit werden die Tiere in dunklen Fabriken zu Massen zusammengepfercht gehalten. Viele davon sehen nie in ihrem Leben Tageslicht und werden abscheulich und qualvoll behandelt. Will man sowas unterstützen?

  • Jedes Mal wenn man Fleisch zu sich nimmt, nimmt man auch automatisch Antibiotika, Hormone, Steroide etc. zu sich, die den Tieren verabreicht werden. Sehr lecker. Und natürlich auch nicht förderlich für die Gesundheit (Krebsrisikoerhöhung durch Fleischkonsum usw.).

  • Auch der Umwelt zuliebe sollte man sich vegetarisch oder vegan ernähren. Jedes Kilogramm Rindfleisch verursacht im Laufe des Werdegangs ca. 17 kg Treibhausgase.

  • Zu guter Letzt sind da noch die Massen an Getreide, die den Tieren gefüttert werden. Wie viele Millionen Menschen könnten stattdessen damit überleben und müssten nicht wegen Unterernährung sterben?

Ernähre ich meine Tochter vegetarisch/vegan?

Nein. Aber bei uns zu Hause wird nur vegetarisch oder vegan gekocht. Lediglich für ihr Pausenbrot bekommt Emy Salami oder Leberwurst, Nutella, Käse etc. mit und sie isst auch normale Süßgkeiten und Eis. Wenn sie bei meinen Eltern mit isst, isst sie auch z. B. Schnitzel oder Cheeseburger. Der große Fleischesser war sie noch nie so wirklich. Mir wäre es zwar lieber, sie würde ganz auf Fleisch verzichten, aber das soll sie selber entscheiden. Es darf schließlich jeder so leben wie er möchte. Und ich möchte ihr auch nichts aufdrängen.

Ich hoffe mein Blogpost hat euch gefallen und ihr konntet einen Einblick bekommen, warum ich vegetarisch lebe. Natürlich darf jeder leben wie er möchte und darf auch essen was er möchte. Mit diesem Beitrag möchte ich auch niemanden angreifen oder bekehren. Aber vielleicht überdenkt der ein oder andere nochmal seine Gewohnheiten. 🙂

Wie steht ihr zu diesem Thema?